Raum als Dimension von MachtverhĂ€ltnissen - Impulse Michel Foucaults fĂŒr die kritische Sozialwissenschaft
Forschungswerkstatt
Donnerstag 29.07. und Freitag 30.07.2010
Tagungsort: Kollegienhaus, Raum 1.011 (Senatssaal), UniversitÀtsstr. 15, 91054 Erlangen
Der Tagung unmittelbar voraus geht der Erlanger Vortrag zur Kulturgeographie 2010 mit Stuart Elden (Durham).
Anmeldung
Wir laden alle Interessierten herzlich zur Teilnahme an der Diskussion ein.
Programm
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Mittwoch 28. Juli 2010 |
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19:00 |
Erlanger Vortrag zur Kulturgeographie 2010 Stuart Elden
(Durham) - The Emergence of Territory |
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Donnerstag 29. Juli 2010 |
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13:00 -
14:00 |
Anmeldung |
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14:00 -
14:15 |
BegrĂŒĂung |
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14:15 -
16:15 |
Block 1 -
Raum des Konzeptionellen |
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Daniel
Burghardt (Erlangen): Foucaults diskursiver Raum des Tableaus |
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Katharina
Manderscheid (Luzern): MobilitÀtsdispositive |
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Bernd
Belina (Frankfurt am Main): Die soziale MaterialitÀt von Territorien mit
Foucault. Marx und Harvey denken |
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16:15 -
16:45 Pause |
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16:45 - 18:45 |
Block 2 - Raum als Machtheuristik |
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Susanne Schregel (Darmstadt): Das
Nahe, Kleine, Konkrete und der Raum der Macht |
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Sabine Horlitz (Berlin)
Pruitt-Igoe: Zum VerhÀltnis von Macht und Raum am Beispiel des
US-amerikanischen Sozialwohnungsbaus |
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Marcus Termeer (MĂŒnster) Die
Hochhaussiedlung als (spÀt-)fordistische »Erziehung durch den Raum« und
postfordistische »Problemzone« |
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19:00
Abendessen |
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Freitag 30. Juli 2010 |
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9:30 -
11:30 |
Block 3 - Raum-Macht-Konstellationen |
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Katharina
Abdo (Mainz): RĂ€umliche Kontrolle und Macht |
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Jan
SteinkrĂŒger und Swen Zehetmaier (beide Bonn): Panoptikon und Heterotopien der
Freizeit - FuĂballstadien und Freizeitparks |
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Martin Geiger (OsnabrĂŒck): Migration, Sicherheit, Raum |
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11:30 -
12:30 Mittagspause |
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12:30 - 14:30 |
Block 4 - Heterotopien des Sozialen |
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Katharina Klung (ZĂŒrich): Der
Banlieue-Raum als Ort permanenter Aushandlungsprozesse in Filmen des Cinéma
Beur und des Cinéma de Banlieue |
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Sebastian Dirks (Hamburg):
Heterotopien Sozialer Arbeit |
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Nina Schuster
(Dortmund): Queere Heterotopien als Spiegel gesellschaftlicher Macht |
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14:30 -
14.45 Pause |
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14:45 -
15:30 |
Abschlussdiskussion |
Call for Papers (abgelaufen)
Offensichtlich gibt es zu dem Zusammenhang von Macht und Raum derzeit einerseits einen erhöhten KlĂ€rungsbedarf, etwa angesichts empirischer Entwicklungen, welche die analytisch gewohnten Raumkategorien (Nation, Region, Stadt, etc.) zunehmend unterlaufen bzw. nicht mehr darin aufgehen. Andererseits haben neuere Machttheorien und ihr begriffliches Werkzeug zu einem umfassenderen VerstĂ€ndnis von der RĂ€umlichkeit gesellschaftlicher MachtverhĂ€ltnissen gefĂŒhrt.
Insbesondere Michel Foucault hat in seinen Arbeiten neue Perspektiven eröffnet, um die Relevanz rĂ€umlicher Aspekte des Sozialen zu fassen und zu beschreiben. Diese Impulse gehen in unseren Augen ĂŒber versprengte Aussagen zu Heterotopien und einer Vielzahl rĂ€umlicher Metaphern hinaus. Vielmehr ziehen sich Fragen nach Raum und dessen Bedeutung fĂŒr spezifische Diskurse und Machttechnologien durch Foucaults gesamtes Werk. Dies trifft offensichtlich fĂŒr den idealen Disziplinarraum des Panoptikons zu, betrifft aber ebenso die Arbeiten etwa zur GouvernementalitĂ€t.
Foucault eignet sich damit als vorzĂŒglicher Stichwortgeber fĂŒr konzeptionelle Debatten um den Zusammenhang von Macht und Raum, die wir im Rahmen einer interdisziplinĂ€ren Forschungswerkstatt systematisch - und auch unter Einbezug anderer Theorieangebote - initiieren wollen. Die Ergebnisse werden im FrĂŒhjahr 2011 in einem Sammelband im Verlag WestfĂ€lisches Dampfboot veröffentlicht. Die Diskussion der Forschungswerkstatt soll entlang zuvor schriftlich eingereichter Referate erfolgen, die sowohl theoretische bzw. methodologische Aspekte als auch historische und zeitdiagnostische Arbeiten aus unterschiedlichen Sozialwissenschaften zur Debatte stellen.
Im Einzelnen entnehmen wir den Arbeiten Foucaults drei produktive Impulse, welche zugleich die drei Themenblöcke der Forschungswerkstatt markieren:
- Gefragt sind erstens BeitrÀge, welche physisch-materielle Raumstrukturen in ihren Machtwirkungen analysieren. Dadurch gerÀt der rÀumlich-materielle Aspekt des Sozialen, nÀmlich die faktische Ortsgebundenheit von Individuen, in seinen Machtwirkungen in den Blick, ohne ihn raumdeterministisch zu reduzieren. Orientierend ist hier Foucaults spezielles Herangehen, auf die PositivitÀten abzuheben, also auf Sagbarkeiten und Sichtbarkeiten zu fokussieren. (Prominent hier die disziplinarischen Effekte von Architekturen, symptomatisch das Panoptikon).
- Zweitens bitten wir um BeitrĂ€ge, die Raum in einem weiteren Sinne machtanalytisch produktiv machen. Stichworte liefert beispielsweise das Konzept der GouvernementalitĂ€t: eine Form der Machtanalyse, die sich - wie Foucault selbst am Beispiel mittelalterlicher und frĂŒh-moderner IdealstĂ€dte skizziert hat - unter anderem auch entlang den jeweils dominanten rĂ€umlichen Ordnungsvorstellungen und Leitbildern durchfĂŒhren lĂ€sst.
- Drittens sollen auch BeitrÀge eingereicht werden, die epistemologisch einen rÀumlichen Zugriff auf Gesellschaft unternehmen. Anstoà ist der Vorschlag Foucaults, gesellschaftliche PhÀnomene in einer topologischen Weise, also in ihrer relationalen Anordnung auf einem (gedachten) Tableau, zu begreifen. Hier öffnet sich eine völlig andere rÀumliche Perspektive auf MachtverhÀltnisse, rÀumlich sind diesmal die Analysewerkzeuge.









