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In dem Forschungsschwerpunkt Politische Geographie und Sozialgeographie untersuchen wir die gesellschaftliche Konstruktion von Räumen, d.h. die Kontingenz und historische Wandelbarkeit von Räumen. Im Kontrast zur traditionellen Politischen Geographie fassen wir „Raum“ bzw. die Aufteilung der Welt in Territorien sowie die Identifizierung strategisch wichtiger Orte und Regionen damit nicht als gegebene Wahrheit, sondern als gemachte Geographien. Raumkonstrukte werden zur abhängigen Variable gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse. Ein Perspektivwechsel, der einer sich zunehmend auch jenseits überkommener Raumkategorien (Staat, Region, Stadt, etc.) vernetzenden Welt gerecht wird, und zudem die Brisanz solcher Raumkonstrukte in den Blick zu nehmen vermag. Raumkonstruktionen geben Orientierung in einer ansonsten überkomplexen Welt – gleichzeitig festigen sie aber soziale Differenzen, zementieren gesellschaftliche Ungleichheiten und legitimieren Herrschaftsverhältnisse: sie sind auf unterschiedliche Weise politisch. Offensichtlich wird das am Beispiel des folgenschweren Konstrukts Nationalstaat. Aber auch überwachte und abgesicherte Stadträume, die nur vermeintlich grenzenlosen Räume der ökonomischen Globalisierung oder der virtuelle Raum des Internet sind in diesem Sinn gesellschaftlich produzierte Räume mit politischer Relevanz. In dem Forschungsschwerpunkt “Politische Geographie und Sozialgeographie” führen wir diese Entwicklungen im Feld der Politischen Geographie mit neueren konzeptionellen und methodischen Impulsen aus der Kultur- und Sozialgeographie zusammen. So greifen verschiedene Arbeiten in Erlangen Ansätze einer handlungstheoretisch ausgerichteten bzw. einer politökonomischen Sozialgeographie auf. Daneben bilden poststrukturalistische Ansätze aus dem Bereich der Diskurs- und Hegemonietheorie sowie der postcolonial studies einen Schwerpunkt. Zahlreiche Forschungsaktivitäten lassen sich der geographischen Diskursforschung zuordnen. Dabei kommt in den einzelnen Projekten ein breites Set an Forschungsmethoden zum Einsatz (von textbasierten Verfahren wie der korpusbasierten Lexikometrie und Ansätzen der Aussagenanalyse, über Anwendungen der Gouvernementalität bis zur diskurstheoretisch angeleiteten Analyse visueller Materialien und von Praktiken). Auf dieser Basis beschäftigen wir uns mit den vielfältigen sozialen Effekten, die mit der Herstellung und der Reproduktion spezifischer Räume einhergehen. Breit gefächert sind die dabei die untersuchten empirischen Gegenstände: Laufende Forschungsprojekte1. Fragen von Migration, kultureller Differenz und Stadtpolitiken
2. Neue Formen der Steuerung (governance) von Stadtquartieren
3. Fragen der diskursiven Konstitution von Räumen und Orten
4. Theorien und Methoden der kultur- und sozialgeographischen Diskursforschung
5. Kritische Kartographie |