Die Forschungen des Instituts in den Hochgebirgen der Erde behandeln grundsĂ€tzliche Fragestellungen der Hochgebirgsgeographie und -ökologie. Sie werden durch die Frage einer "nachhaltigen Entwicklung" problemorientiert zusammengefaĂt, die sich am Kapitel 13 "Managing Fragile Ecosystems Sustainable Mountain Development" der Agenda 21 orientiert und die auf der UNCED-Konferenz in Rio de Janeiro im Juni 1992 beschlossen wurde. Die zentralen Forschungsschwerpunkte der Kollegen und Kolleginnen, die an diesem Schwerpunkt mitarbeiten, betreffen jeweils Grundlagenforschungen und angewandte Forschungen.
Wir verstehen unter einem Hochgebirge alle die RĂ€ume der Erde, die ĂŒber die Waldgrenze aufragen, solifluidale Prozesse aufweisen und/oder eine starke eiszeitliche Ăberformung durch Gletscher aufweisen. Einbezogen sind die FuĂstufen und Talregionen derart geprĂ€gter Gebirge, da zwischen den Hoch- und Tallagen interaktive Beziehungen bestehen.
Aktuelle Forschungsprojekte
- Typisierung des sozioökonomischen Strukturwandels auf Gemeinde- und Regionsebene im Alpenraum; wissenschaftliche Begleitung des Prozesses der Alpenkonvention, der Berggebietspolitik in den europÀischen Staaten und der Regionalplanung im bayerischen Alpenraum (BÀtzing)
- Geomorphologie, Bodenkunde und Hazard-Forschung im Raum Anden, Zentralasien und im weltweiten Vergleich (BĂ€umler, Richter)
- PalĂ€oökologie und PalĂ€oklima in Hochasien (insbesondere Tibet, Nepal, Iran), im Hochland Ăthiopiens und in den Anden Ecuadors (BrĂ€uning)
- Fragen der lĂ€ndlichen Entwicklung in Hochgebirgsregionen der Dritten Welt, Migrations- und Minderheitenforschung, EthnizitĂ€t und Entwicklungsforschung mit regionalem Schwerpunkt in SĂŒd- und Zentralasien
- Mensch-Umwelt-Beziehungen, historische Geographie und Siedlungsgeographie im Himalaja, in den Alpen und in den Anden Ecuadors (nachhaltige Nutzung der BiodiversitÀt) (Pohle, A. Gerique, M. Park)
- Hochgebirgsökologie, Klima-Ăkologie, Pflanzengeographie (zonale, dynamische und anthropogene Aspekte, Phytoindikatoren und PhytodiversitĂ€t) in den Hochgebirgen Nord- bis SĂŒdamerikas und im weltweiten Vergleich sowie Klimawandel in den Alpen (Richter)
- Ressourcen, Risiken und Nachhaltigkeit in der Sierra Madre de Chiapas / sĂŒdliches Mexico (Richter)
- Automated detection of glide cracks and analysis of glide avalanches combining remote sensing, GIS and statistical modeling techniques (S. Feick, A. BrÀuning)
Die genannten Kollegen und Kolleginnen arbeiten in der Arbeitskreis "Hochgebirge" der deutschsprachigen Geographen mit, zu deren GrĂŒndungsmitgliedern sie gehören. Der enge gegenseitige Austausch am Institut dient dem Ziel, die eigenen Schwerpunkte in einen Gesamtzusammenhang hochgebirgsgeographisch relevanter Forschungsfragen einbringen zu können und die Zusammenarbeit zwischen Physio- und Kulturgeographie zu intensivieren. Hiervon profitiert insbesondere die Lehre.
Lehrangebote
- Erarbeitung von Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Seminaren, Ringvorlesungen)
- DurchfĂŒhrung von Praktika und Exkursionen (Alpen, Pakistan, Nepal, Anden, Kordilleren)
- Betreuung von Staatsexamens-, Diplom- und Magisterarbeiten, auch gemeinsam und fĂ€cherĂŒbergreifend, in den Alpen, aber auch in anderen Hochgebirgen (Hochasien, Kordilleren)
- Organisation und DurchfĂŒhrung von Veranstaltungen zum Thema "Hochgebirge" fĂŒr ein breiteres, auĂeruniversitĂ€res Publikum
Bei den Forschungsprojekten gibt es eine Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Fachdisziplinen und Institute auf nationaler (z.B. AG Vergleichende Hochgebirgsforschung) und internationaler Ebene (Working Group High Mountain Geography AAG) sowie einen systematischen Informations- und Gedankenaustausch im Rahmen verschiedener wissenschaftlicher Netze (International Mountain Society, MRD).
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