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Entwicklungsforschung

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Frauen in Nordpakistan

Viele Menschen in Entwicklungsländern sind gezwungen, sich tagtäglich mit Krisen, Risiken und Problemen der Existenzsicherung auseinanderzusetzen. Landdegradation, Armut, Bürgerkrieg sind nur einige der Ausdrucksformen und Folgen, die in diesem Zusammenhang in Erscheinung treten. Die Beschäftigung mit diesen zentralen gesellschaftlichen Problemfeldern ist ein Anliegen der geographischen Entwicklungsforschung. Im Mittelpunkt unserer Forschungsaktivitäten steht der Mensch, den wir nicht nur als Opfer und Betroffenen, sondern in erster Linie als Handelnden verstehen.

Ein zentrales Konzept der Entwicklungsforschung ist "Handeln unter den Bedingungen von Unsicherheit". Viele der an unserem Insitut durchgeführten Forschungsvorhaben widmen sich daher den Bedingungen gesellschaftlicher und ökologischer Unsicherheit und der akteursbezogenen Analyse von Handlungs- und Entscheidungsprozessen. Indem wir eine bewusst inter- und transdisziplinäre Perspektive einnehmen, können wir die Komplexität von Entwicklung und Unsicherheit theorieorientiert und anwendungsbezogen erfassen und zu einem besseren Verständnis dieser Komplexität beitragen.

Die Geographische Entwicklungsforschung wird häufig mit Entwicklungshilfe verwechselt. Entwicklungsforschung setzt sich jedoch andere Ziele:

Wir verstehen die Entwicklungsforschung als umfassende und transdisziplinäre Sozialwissenschaft. Im Mittelpunkt des Interesses stehen u.a. Ressourcennutzung und Umweltveränderungen in ökologisch gefährdeten Regionen, politische und gesellschaftliche Transformationsprozesse und Umbrüche, Marginalisierung und Verelendung, Verwundbarkeit und Hunger, Verstädterung und Urbanisierung. Solche (potentiell) krisenhaften Entwicklungen vollziehen sich auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen im lokalen über den regionalen bis zum globalen Kontext, sind aber eng miteinander verflochten.

SüdsambiaSomit dient Entwicklungsforschung auch dem besseren Verständnis von Menschen und derem Handeln sowie von Prozessen in Gesellschaften, die im Entwicklungskontext oft keine Wohlfahrtsmaximierung betreiben können, sondern gezwungen sind, innerhalb enger Handlungsspielräume ihre Existenz (oder im Extremfall ihr Überleben) tagtäglich zu sichern.

Die Entwicklungsforschung bedient sich in ihren auf allen Ebenen angesiedelten empirischen Fallstudien eines vielfältigen Instrumentariums. Gleichzeitig besteht auch der Anspruch einer konzeptionellen Verortung der empirischen Studien. Dies heißt einerseits, dass wir uns an (jüngeren) theoretischen Modellen und Vorstellungen orientieren. Andererseits sollen unsere Projekte idealerweise auch einen Beitrag zur Verifizierung und/oder Weiterentwicklung theoretischer Konzepte leisten bzw. Erklärungsdefizite beseitigen. Die Theorieorientierung wird ergänzt durch Bezüge zur Entwicklungspraxis: Indem wir versuchen, verschiedene Sichtwiesen offenzulegen oder zu hinterfragen und Entwicklungsprozesse empirisch zu belegen, können wir im Idealfall Betroffenen und Entscheidungsträgern Handlungsempfehlungen geben oder in der Entwicklungszusammenarbeit und -politik Wege für Problemlösungen aufzeigen. Eine so verstandene Geographische Entwicklungsforschung arbeitet engagiert und praxisnah, dabei aber mit klaren Theoriebezügen.

 

Aktuelle Forschungsprojekte

Mensch-Umwelt-bezogene Ansätze Geographischer Entwicklungsforschung

Weitere Projekte (Auswahl)

 

Hirse stampfen in Massingir

Arbeitspapiere (Working Papers)

An dieser Stelle stellen wir in unregelmäßigen Abständen Arbeits- und Diskussionspapiere zum Herunterladen bereit, die im Rahmen der Entwicklungsforschung an unserem Institut entstanden. Über ein Feedback freuen sich die Autoren/innen!

  • Klaus Geiselhart: Stigma, support initiatives and the „directors‘ dilemma“. (PDF; 185 KB)

Ein "Working Paper" zu Stigma als sozial- und entwicklungsgeographischem Forschungsfeld, entstanden auf der Grundlage vorläufiger Feldforschungsergebnisse unseres Projekts zu HIV/Aids in Botswana.

 

Weitere Aktivitäten


Logo Arbeitskreis EntwicklungsforschungIn der Vorlesungszeit trifft sich unser Arbeitskreis "Geographische Entwicklungsforschung".

Termine und Themen siehe Aushang am Schwarzen Brett oder "Aktuelles" auf dieser Webseite.

Weitere Hinweise zu aktuellen Themen finden Sie ggfs. auch in der Rubrik "Aktuelles" dieser Webseiten.

Über eine regelmäßige und aktive Beteiligung von an Entwicklungs(länder)fragen interessierten Studierenden freuen wir uns!

 



Logo Geographischer Arbeitskreis EntwicklungstheorienWir arbeiten beim Geographischen Arbeitskreis "Entwicklungstheorien" (GAE) mit. Der GAE besteht seit über 25 Jahren und trifft sich alle ein bis zwei Jahre zu einem Workshop. Die letzte Tagung fand in Innsbruck fand in Innsbruck statt .

 

Wir sind auch in den Geographischen Arbeitskreisen "Geographische Stadtforschung im Entwicklungskontext" und "Subsaharisches Afrika" engagiert. Tagungen finden ebenfalls in regelmäßigem Turnus statt.



geographie.uni-erlangen.de



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