Ökosysteme sind dynamisch. Bereits durch den Lebenszyklus ihrer elementaren Bausteine, den Pflanzen, wird ein beständiger Wandel verursacht. Veränderungen der Umwelt (vom Unkrautjäten bis zum "Global Change") bewirken eine Veränderung der Vegetation und damit der Ökosysteme auf verschiedenen Maßstabsebenen. Vegetation ist aus diesem Grunde ein guter, leicht zu erfassender und nahezu global verfügbarer Indikator für einen Wandel der Umweltbedingungen. Sie ist zugleich die Grundlage tierischen Lebens und sie hat maßgeblichen Einfluss auf die Ästhetik und den wirtschaftlichen Nutzen (Tourismus, Land- und Forstwirtschaft, etc.) einer Landschaft. So steht die Vegetation an unserem Institut zwar im Zentrum der Biogeographie, jedoch wird ihre Position stets mit den übrigen Faktoren und Prozessen innerhalb von Ökosystemen in Bezug gesetzt. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt somit auf der Analyse sowie der Erstellung von Konzepten und Modellen der räumlichen und zeitlichen Prozesse, denen die Vegetation unterworfen ist, sowie deren Verbreitung und Wirkung auf lokaler bis globaler Ebene.
Aktuelle Forschungsprojekte
- Waldgrenzökologie, Phytoindikation und Phytodiversität in verschiedenen Hochgebirgen der Erde (Richter, Peters)
- Der Einfluss von El Niño auf die Vegetation in der Sechura Wüste / Nordperu und von Klimaanomalien in der Atacama / Nordchile (Richter, Münchow)
- Vegetationswandel und -sukzession in den Schweizer Alpen (Richter)
- Bestimmung des Weidepotentials im südlichen Afrika und in Tadschikistan mit Hilfe von Fernerkundungssystemen (Samimi)
- Die Dynamik der Waldgrenze im Nassfeld (Gasteiner Tal, Österreich) (Samimi)
- Eine Vielzahl von Abschlussarbeiten zu den Themenkomplexen Feuerökologie, Dendrochronologie, Stadtvegetation, Phytodiversität, Störungseffekte, Kulturlandschaftswandel, u.a.
- Dendroökologische Untersuchungen und isotopenphysikalische Jahrringanalysen in Hochgebirgen Asiens und Südamerikas (Bräuning, Grießinger)
- Baumwachstum und Klimageschichte in Äthiopien und Ecuador (Bräuning, Krepkowski)
Methodisch bedienen wir uns eines weiten Spektrums, angefangen bei klassischen deskriptiven Methoden über multivariate numerische Datenanalyse bis hin zu Geofernerkundung, Geographischen Informationssystemen (GIS). Großen Wert legen wir auf den regelmäßigen fachlichen Austausch mit in- und ausländischen Vertretern der Nachbardisziplinen (u.a. Biologie, Bodenkunde, Geomorphologie, Informatik). Die Erlanger Biogeographen waren die Initiatoren des "Arbeitskreises "Biogeographie" der deutschsprachigen Geographen.
Lehrangebote
- Biogeographie (Vorlesung)
- Ökozonen der Erde (Vorlesung)
- Paläoumwelt (Vorlesung)
- Seminare zur Biogeographie, Ökologie, Stadtökologie und zonalen Pflanzengeographie
- Praktika (Erlanger Umgebung, Berchtesgarden, Äolische Inseln)
- Exkursionen im Inland sowie im europäischen und außereuropäischen Ausland
- Betreuung von Staatsexamens-, Diplom- und Bachelorarbeiten, auch gemeinsam und fächerübergreifend.
Bei den Forschungsprojekten gibt es eine Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Fachdisziplinen und Institute auf nationaler (z.B. AG Vergleichende Hochgebirgsforschung) und internationaler Ebene (Working Group High Mountain Geography AAG) sowie einen systematischen Informations- und Gedankenaustausch im Rahmen verschiedener wissenschaftlicher Netze (International Mountain Society, MRD ).
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